Bolbec (Frankreich)

Schüleraustausch mit Bohmte - Der Junge aus dem Moor war nach 50 Jahren Ehrengast in Bolbec

Zum Abschied hatte Jutta Lange-Lücht zu einer großen Kaffeetafel (hier wird gerade der Kaffee eingeschenkt) in das Kulturzentrum Val aux grès – mit rund 150 Teilnehmern und 320 Stücken Kuchen der Bäckerei Huge aus Wimmer eingeladen. Foto: J. Lücht
Zum Abschied hatte Jutta Lange-Lücht zu einer großen Kaffeetafel (hier wird gerade der Kaffee eingeschenkt) in das Kulturzentrum Val aux grès – mit rund 150 Teilnehmern und 320 Stücken Kuchen der Bäckerei Huge aus Wimmer eingeladen. Foto: J. Lücht
Beim Kaffeetrinken wurde es auch offiziell. Jean-Pierre Blondel, seit Langem Gastgeber auf französischer Seite für Jutta Lange-Lücht (und die Familie), griff zum Mikrofon. Daneben Karsten Dreinhöfer als besonderer Gast in der Runde. Foto: J. Lücht
Beim Kaffeetrinken wurde es auch offiziell. Jean-Pierre Blondel, seit Langem Gastgeber auf französischer Seite für Jutta Lange-Lücht (und die Familie), griff zum Mikrofon. Daneben Karsten Dreinhöfer als besonderer Gast in der Runde. Foto: J. Lücht
Im Hintergrund: deutsch-französische Schülergruppe mit Jutta Lange-Lücht und unterschriebenem Plakat, das sie von den Bolbecer Schülern zum Abschied geschenkt bekommen hatte. Foto: J. Lücht
Im Hintergrund: deutsch-französische Schülergruppe mit Jutta Lange-Lücht und unterschriebenem Plakat, das sie von den Bolbecer Schülern zum Abschied geschenkt bekommen hatte. Foto: J. Lücht
Die in Bolbec vertretenen Zeitungen (hier der Le Courrier Cauchois) berichteten vom Gegenbesuch der Bohmter Schüler.
Die in Bolbec vertretenen Zeitungen (hier der Le Courrier Cauchois) berichteten vom Gegenbesuch der Bohmter Schüler.

Bohmte/Bolbec. Was passiert, wenn eine Lehrerin, die seit 50 Jahren mit der Partnerschaft zwischen dem Wittlager Land und der Stadt Bolbec befasst ist, zum letzten Mal in offizieller Funktion mit Austauschschülern in Frankreich weilt. Eine Antwort: Sie organisiert einen Abschiedskaffee.

Was in deutschen Ohren einigermaßen selbstverständlich klingt, ist es in Frankreich keineswegs. Dort ist der Begriff „Kaffee und Kuchen“ weitgehend unbekannt – jedenfalls als eine (zusätzliche) Mahlzeit am Nachmittag. Möglicherweise könnte sich das in Bolbec bei der einen oder anderen Familie ändern. Denn Jutta Lange-Lücht, ihres Zeichens Französischlehrerin und seit 35 Jahren aktiv mit dem Schüleraustausch zwischen Bolbec und dem Wittlager Land befasst, sagt: „Es waren alle ganz begeistert.“

Es war einmal...

Der erste Kontakt mit den französischen Freunden liegt allerdings noch länger zurück, nämlich 50 Jahre, als Jutta Lange mit dem Orchester der Realschule Bad Essen nach Bolbec fuhr. Im selben Jahr begab es sich im Venner Moor, dass ein Junge auf der Tour mit den Franzosen in einen Moorgraben zu fallen drohte, Jutta beherzt zugriff und beide im Dreck landeten. Das prägte – beide Seiten.

Dieses Ereignis gehörte ebenso zu dem märchenhaften Rückblick auf die lange Geschichte des Miteinanders unter dem Stichwort: „Es war einmal...“ Das geschah (natürlich) auf französisch. Sicherheitshalber hatte Lehrerkollegin Christine Boutaillan, die bereits seit 22 Jahren den Austausch auf französischer Seite begleitet, gegengelesen, um ein fauxpas möglichst auszuschließen. Dabei lernte Jutta Lange-Lücht“, dass sich selbst eigentlich verständliche Redewendungen nicht so ohne weiteres übersetzen lassen. Bei der 50 Jahre umfassenden Märchenrede lautete der Schlussatz eigentlich: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“ Für Franzosen sei das aber völlig unverständig. Dort heiße es, dass das Paar noch glücklich 30 Jahre lebt und viele Kinder hat...

Der Einladung gefolgt

Der oben erwähnte kleine Junge aus dem Venner Moor war übrigens der Sohn von Hans-Eberhard Dreinhöfer, dem Motor der Partnerschaft zwischen dem Wittlager Land und Bolbec. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, der Kaffeeeinladung von Jutta Lange-Lücht zu folgen. Die Anreise erfolgte per Flugzeug von Berlin, wo Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer an der Charité arbeitet und beruflich sehr eingespannt ist. Und trotz Staus unterwegs kam er fast pünktlich zum Kaffee...

Eine Dreingabe besonderer Art war für den Gast aus Berlin parat. Er lernte einen Vetter 2. Grades kennen (Dein Papa ist zudem mein Patenonkel) – und hat somit wieder ein Anlaufstelle in Bolbec.

In ihrer Rede meinte Lange-Lücht, dass das Mädchen von damals nun alt sei und sie garantiert beim Danken etliche Personen vergessen habe. Nicht vergessen wurden Yvan und Nicole Hertel, die viele Jahre den Austausch auf Bolbecer Seite organisiert hatte, ohne überhaupt Deutschlehrerin zu sein. Und für sich spricht, dass Jutta Lange-Lücht einen Schlüssel zum Haus der Blondels hat und dort auch wohnen kann, wenn die Familie während des Austausches nicht zuhause ist...

Zur Abschiedsfeier waren die Austauschschüler und deren Eltern ebenso eingeladen wie Offizielle der Stadt Bolbec, Freunde und Aktive des Comités. So mancher hatte im Vorfeld gerätselt, was sich denn wohl hinter „Kaffee und Kuchen“ verbarg.

Gemeinschaft wichtig

Zum Schüleraustausch gehörte noch mehr. Die Jugendlichen aus Bohmte nahmen am französischen Schulunterricht teil, lebten in den Alltag in den Familien und lernten bei Busfahren die weitere Umgebung von Bolbec kennen. Lange-Lücht: „Immer waren französische Schüler dabei, nur so entsteht Gemeinschaft.“ Der Strand von Etretat (bei Sturm) mit der Steilküste war ebenso eine Station wie das Mémorial de Caen und der Markt von Hanfleur. Zur Fahrt gehörte zudem der Besuch von Paris. Die besonderen Sicherheitsvorkehrungen rund um den Eiffelturm machten es möglich: Erstmals gelangte Jutta Lange-Lücht (mit der Bohmter Gruppe) ohne große Wartezeit am Fahrstuhl auf den Eiffelturm.

Wie geht es weiter?

Wie es mit dem Schüleraustausch weitergeht, steht noch nicht fest. Erstmals auf Seiten der Oberschule Bohmte war Andreas Feldhaus dabei. Und Jutta Lange-Lücht wird in dem Schulhalbjahr, das sie von der Rente trennt, noch den folgenden Austausch vorbereiten...

Quelle: Wittlage Kreisblatt online vom 23.6.2017.pdf

Text: Karin Kemper, Fotos: Karin Kemper / Joachim Lücht

Wie kommt französische Schokolade in die Oberschule Bohmte?

Eco Musée die Apfelaufsammelmaschine, die auch mal gegen einen Baum fährt, damit mehr Äpfel auf dem Boden liegen
Eco Musée die Apfelaufsammelmaschine, die auch mal gegen einen Baum fährt, damit mehr Äpfel auf dem Boden liegen
Nach dem Turnier im Espace Eric Tabarly, benannt nach dem weltberühmten Segler.
Nach dem Turnier im Espace Eric Tabarly, benannt nach dem weltberühmten Segler.
Gastgeber und Schüler im Rathaus Bolbec
Gastgeber und Schüler im Rathaus Bolbec

Nun, ganz einfach: man fährt als Schüler oder Schülerin im Schüleraustausch nach Bolbec, der Partnerstadt des Altkreises Wittlage, und besucht mit den anderen mitgereisten Schülerinnen und Schülern ein Schokoladenmuseum.

Dort erfahren dann die Besucher, dass Schokolade ursprünglich aus Südamerika stammt. Eingeführt nach Europa hat die Schokolade der spanische Eroberer Hernán Cortés, der den Aztekenführer Montezuma hinrichten ließ. Schokolade war anfangs nur ein Getränk für Herrscherhäuser, erst im 17. Jahrhundert konnte sich auch das wohlhabende Bürgertum Schokolade leisten. Die Schokolade, die in Fécamp verarbeitet wird, kommt als Kakaobohne aus dem afrikanischen Land Guinea. Allerdings ist Südamerika ebenfalls ein großer Schokoladenproduzent. Die Schüler erfuhren aber nicht nur etwas über die Geschichte, sondern auch über die Herstellung. Sie wissen jetzt einiges über Kakaopflanze, die Ernte der Früchte, über Kakaobutter und –pulver. Sie konnten den Konditoren bei der Zubereitung zusehen; und die am Ende angebotene Verköstigung führte dann doch zu dem einen oder anderen Mitbringsel für die Eltern.

Besucht wurde aber nicht nur die Hafenstadt Fécamp, früher ein wichtiger Standort der Neufundlandfischerei, sondern auch Étretat mit seinen berühmten Kreidefelsen.

Kirche, Markt und Hafen der an der Seinemündung gegenüber der Großstadt Le Havre liegenden malerischen Kleinstadt Honfleur (Vorsicht! Samstags herrscht ab 10 Uhr Touristenalarm) waren weitere Besichtigungspunkte.

Vormittag war noch Schule, und am Nachmittag: Besichtigung des Eco-Musée de la Pomme et du Cidre in Bretteville du Grand Caux auf einem typischen normannischen Bauernhof, einem Clos Masure, vergleichbar mit einem Vierseitenhof, bei dem aber die einzelnen Gebäude wegen des Brandschutzes weit auseinanderliegen, wo uns der Eigentümer die Geschichte des Cidre-Anbaus erläuterte und die Möglichkeit aufzeigte mit einer kleinen Cidre-Kultur in der Landwirtschaft bestehen zu können, wenn auch nur in einer Kooperative mit anderen Landwirten aus der Region. Der Hofladen verführte den einen oder die andere zum Kauf einer Flasche Cidre, die aber von den Lehrern einkassiert und erst wieder bei der Ankunft in Bohmte an die Eltern herausgegeben wurde.

Ein Tagesausflug führte die Bohmter Schüler nach Rouen, der am weitesten im Binnenland liegenden und für die Großschifffahrt erreichbaren Stadt an der Seine. Kathedrale und Place du Vieux Marché mit der modernen Kirche Jeanne d’Arc waren angesagt, eine Stadtrallye klärte über die Geschichte Rouens auf. Im neuen Panorama XXL, einem Rundumbild erfuhren die Schüler einiges über den Todestag der französischen Freiheitskämpferin am 30. Mai 1431. In der Ausstellung steht man auf dem Straßenniveau und sieht die Häuser. An einer Häuserecke sieht man Jeanne d’Arc auf dem Henkerskarren, am Ende der Straße brennt bereits der Scheiterhaufen. Klettert man den Turm empor, hat man einen guten Rundumblick über die Stadt am Tage des Todes von Jeanne d’Arc.

Schule war natürlich ebenfalls angesagt. So konnten die Bohmter vergleichen: wo ist es besser? Beim internationalen Sportturnier wurde die Bohmter Handballmannschaft siegreiche Zweite und so blieb für dieses Jahr der Freundschaftspokal bei den französischen Siegern aus dem Collège Roncherolles.

Und es gab natürlich auch an den freien Tagen Programme durch die französischen Eltern, von einem Besuch des Mont St. Michel, der Hauptstadt Paris im Fußballfieber bis hin zum – wohl einmaligen – Panoramaflug entlang der französischen Kanalküste.

Auf dem Empfang durch den Bolbecer Bürgermeister Dominique Métot bedankten sich die mitgefahrenen Lehrkräfte Jutta Lange-Lücht und Lars Wildemann. bei allen Gastgebern, die zum Teil schon seit Jahren immer wieder dieselben oder auch immer wieder andere deutsche Schüler aufnehmen, wodurch auch schon viele andauernde Freundschaften entstanden sind. 

Bericht Wittlager Kreisblatt: Presse_NOZ_Bohmte-Bolbec.pdf

Normannische Wetterkapriolen

Die Bohmter Austauschschüler und ihre Gastgeber auf dem Rathausplatz Bolbec
Die Bohmter Austauschschüler und ihre Gastgeber auf dem Rathausplatz Bolbec
Gastgeber und Austauschschüler lauschen den Reden im Rathaus
Gastgeber und Austauschschüler lauschen den Reden im Rathaus
Bohmter Schüler zum fünften Mal im  prunkvollen Rathaus von Bolbec: Christian Steuwer, Jonas Plöger, Maximilian Suhre , Leon Trentmann und Alain Gilles (Sportausschuss). Rechts: Jutta Lange-Lücht, Dominique Métot und Christine Bouteillan.
Bohmter Schüler zum fünften Mal im prunkvollen Rathaus von Bolbec: Christian Steuwer, Jonas Plöger, Maximilian Suhre , Leon Trentmann und Alain Gilles, Vorsitzender des Sportausschusses. Rechts: Jutta Lange-Lücht, Dominique Métot (Bürgermeister) und Christine Bouteillan.

„So nass war ich noch nie“, kommentierte so manch ein Ausflügler der Oberschule Bohmte nach der Rückkehr, egal, ob Schüler oder Lehrer.

Und es war wirklich schlecht das Wetter in St Malo, einem der Ziele bei den Ausflügen. Ein steifer Wind blies den Regen fast waagerecht auf die Befestigungen der Stadtmauer. Die Stadtführerin hatte keine Chance, die Aufmerksamkeit lies zu wünschen übrig. Zum Teil hatte sie aber auch selber Schuld: ihr Vortrag war eher für pensionierte Lehrergruppen mit Interesse an normannischer Geschichte gerichtet. Und im Bus herrschte hohe Luftfeuchtigkeit, welche die Scheiben beschlagen ließ.

Im Trockenen, da a) der Regen lange nicht mehr so stark war und b) das Besucherzentrum unter der Erde und unter dem Meeresniveau liegt, besuchten die Schüler ein Gezeitenkraftwerk. Das Usine marémotrice de la Rance produziert durch die Nutzung der Gezeitenunterschiede an der Kanalküste ökologischen Strom. Allerdings hat sich der ökologische Zustand des Flüsschens Rance stark verändert. Die Mündung verschlammt deutlich, der Salzwassergehalt sinkt, und die sich zwar langsam drehenden Turbinen bilden trotzdem ein Hindernis für größere Fische. Die Betreiberfirma des Gezeitenkraftwerks EDF brüstet sich auf einem Plakat damit, dass sie über 90% ihres Stromes ohne CO2 Ausstoß gewinnt. Sie verschweigt dabei allerdings, dass über 75% ihres Stromes aus Atommeilern kommt.

Doch glücklicherweise regnete es nicht immer. So waren die anderen Ausflüge nach Rouen, Honfleur und Etretat von schönem Wetter geprägt, so dass Schüler und Lehrer die Sonne an der Kanalküste geniessen konnten. Auch die Schüler, die schon mehrfach bei dem Schüleraustausch nach Bolbec dabei waren, sind immer wieder von der Kulisse der Atlantikküste und den Falaises begeistert. Mit Skepsis wurde auf einer Ziegenfarm frischer Käse probiert. Die Pralinen aus Ziegenmilch waren für Schülertaschengeld allerdings kaum zu finanzieren.

In Rouen gibt es ein neues „Jeanne d´Arc-Museum“. Hier wurde in einer Video-Installation den Besuchern sehr anschaulich das Leben und Sterben der Jeanne d´Arc, sowie der anschließende Prozess gegen die Richter Jeannes, in dem diese vollständig rehabilitiert wurde, dargestellt. Und wenn dies auch noch in Deutsch per Kopfhörer auf die z.T. noch in französischer Sprache unerfahrenen Ohren trifft, konnte kein Schüler sich dem eindrucksvollen Spektakel entziehen.

Der Besuch des französischen Unterrichts kam zwar etwas zu kurz, da die französischen Schüler gerade Prüfungen hatten, so dass die Schulleitung des College Roncherolles die Deutschen lieber auf Ausflüge schickte. Trotzdem erkannten die deutschen Gäste den Unterschied zwischen den unterschiedlichen Schulsystemen und freuten sich ganz besonders auf Zuhause, wobei in den letzten Jahren eine Entwicklung im deutschen Schulsystem zu bemerken ist, die sich dem französischen System stark annähert. Im nächsten Jahr soll der Schulbesuch intensiviert werden. Ob das im Interesse der Schüler ist?

Wie in jedem Jahr ließ es sich Bürgermeister Dominique Métot nicht nehmen, die jungen Gäste im prunkvollen Rathaus zu empfangen, denn schließlich sind es die jungen Menschen, die diese Partnerschaft weitertragen. Die französische Lehrerin Christine Bouteillan, die sich im Streik gegen die französische Schulreform, die den Deutschunterricht an französischen Schulen erheblich beschneiden will, befand und ihre Bohmter Kollegin Jutta Lange-Lücht wiesen in ihren Reden auf die Rückschritte in Europa hin, die es trotz „Elyséevertrag“ nicht leicht machen, Schüler für das  Abenteuer eines Schüleraustausches zu motivieren.

Dennoch war in diesem Jahr auch ein Neuling beim Austausch. Die Bohmter Kollegin Cornelia Knäuper hatte es sich nicht nehmen lassen, vier Zehntklässler zu begleiten, die zunächst in Bohmte noch ihre „zentrale Abschlussarbeit“ schreiben mussten, um dann doch noch zum fünften Mal ihre französischen Freunde besuchen zu können. Dafür wurden sie im Bolbecer Rathaus mit einem Handtuch des Halbmarathonvereins geehrt mit der Aufforderung, fleißig zu trainieren, um beim nächsten Mal beim Halbmarathon mitzulaufen. Während Frau Knäuper begeistert den Austausch kennenlernte, musste Lehrer Kilian Zimmermann, der den Bus auf der Hinreise begleitet hatte, mit einem weinenden Auge nach Deutschland zurückfahren, um sich um seine Bohmter Klasse zu kümmern. Fazit: Wer einmal in Bolbec war, will immer wieder hin.

Bolbec kennen zu lernen haben auch die Eltern der Schüler Gelegenheit, wenn sie mit ihren Kindern an dem alljährlichen Bürgeraustausch im Rahmen der Partnerschaft teilnehmen möchten. Hierzu nimmt ab sofort noch Anmeldungen entgegen: Britta Bauder Telefon: 05473-9594340.

100 Jahre wechselvolle deutsch-französische Geschichte

Schüler und Gastgeber mit Bürgermeister Métot vor dem Bolbecer Rathaus
Arromanches: auch die jüngsten sind beeindruckt
die deutsche Sportmannschaft in Shirts des Collège Roncherolles: von Klasse 6-10 aktiv
Schüler diskutieren über Krieg und Frieden
Lukas Glüsenkamp, Tabea Kinkartz in jedem Jahr beim Austausch dabei
Arromanches vor dem künstlichen Hafen: Gegensätze, die zum Nachdenken anregen (Karussell und Museum)


Bohmter Schüler im jährlichen Austausch mit Bolbec auf den Spuren der Geschichte. 100 Jahre nach Beginn des 1. Weltkriegs und 70 Jahre  nach der Invasion der Alliierten in der Normandie waren es vor allem  historische Orte, die die Bohmter Schüler in diesem Jahr ihres Austausches besuchten.

So ging es zunächst zur Pegasus Bridge, einer militärstrategisch sehr wichtigen Brücke über die Orne. Um den Vormarsch der Truppen sicherzustellen, musste diese Brücke unbedingt unzerstört erobert werden. Diese Eroberung in der Nacht vom 5. zum 6. Juni 1944 war der Beginn der weltweit größten militärischen Aktion.

Die Schüler besuchten anschließend ein großes Freilichtmuseum, die Batterie de Merville.  Diese Geschützstellung der Deutschen hätte das Wasser vor der Invasionsküste beschiessen können, musste also genau wie die Brücke vor Beginn der Landung zerstört werden. Hier erlebten sie an Originalschauplätzen, Bunkern und Gefechtständen eine bedrückenden Multimediashow, die die Situation der Soldaten in diesen ersten Junitagen 1944 für die Schüler erlebbar machten. Der Besuch des französischen Fischerdorfes Arromanches, das während der Invasion zum größten Hafen der Welt wurde, ließ das Ausmaß dieser Militäroperation deutlich werden. In Arromanches liegen noch immer Teile des künstlichen Hafens im Meer und der Besuch des Musée du Débarquement verdeutlicht anschaulich dieses unvorstellbare Unternehmen.  Den Abschluss dieses eindrucksvollen Tages bildete der Besuch eines der vielen Soldatenfriedhöfe, die den Schülern die Verluste aller Länder bei diesem Unternehmen vor Augen führte, als sie auf den Grabsteinen das Alter und die Nationalitäten der Opfer sahen.

Diese historischen Daten würdigte auch Bürgermeister Dominique Métot in seiner Begrüßungsrede im Bolbecer Rathaus.  Er fügte ein weiteres Datum hinzu. Seit  30 Jahren gibt es den regelmäßigen Austausch zwischen der Haupt- und Realschule Bohmte und dem Collège Roncherolles in Bolbec  und immer wieder lassen sich Schüler ab Klasse 6 auf das Wagnis ein, das Nachbarland Frankreich kennenzulernen. Und so waren auch in diesem Jahr zwei Schüler der Klasse 10 dabei, die es sich nicht hatten nehmen lassen, in ihrer Schulzeit zum fünften Mal teilzunehmen (mehr geht nicht von Klasse 6-10), um ihre langjährigen Freunde zu besuchen. Der Tag nach der Rückkehr aus Bolbec war ihr Entlasstag!!

Natürlich kamen auch in diesem Jahr Sport und Spiel nicht zu kurz. Bei herrlichem Wetter wurden die Strände der Normandie für fröhliche deutsch-französische Sportwettkämpfe genutzt. Am letzten Tag in der Schule wurde in der Sporthalle Eric Tabarly der Freundschaftspokal ausgespielt. Bemerkenswert: Alle Schüler von Klasse 6-10 entwickelten gemeinsam einen großen sportlichen Ehrgeiz. Doch der Pokal blieb für dieses Jahr in Frankreich.

Nachdem die französischen Schüler während des Aufenthaltes ihre Abschlussprüfungen hinter sich gebracht hatten, konnten in diesem Jahr die Korrespondenten an allen Aktivitäten teilnehmen, was zu noch intensiveren Kontakten führte.

Für die Franzosen war es schon der Ferienbeginn mit den deutschen Freunden auf dem Markt in Honfleur und in der Départementshauptstadt Rouen zu shoppen oder aber auf die Felsen von Etretât zu klettern.

Danke an Madame Bak und Vanessa, zwei engagierte Sportlehrerinnen, der Schulleitung und allen französischen Kollegen, die den Schülern  der Haupt-und Realschule Bohmte unter der Leitung von Frau Jutta Lange-Lücht und Herrn Kilian Zimmermann diese unvergesslichen Austauschtage ermöglichten.

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