Üben für den Ernstfall...

Erstklassige Bewerbungsunterlagen und ein ansprechendes Foto sind erste Meilensteine. Doch auch die Hürde des Vorstellungsgesprächs muss gemeistert werden. Denn dann entscheiden ein sympathisches Auftreten und die überzeugende Selbstpräsentation. Was bringt da mehr Sicherheit, als diesen Ernstfall zu proben.

In einem Rollenspiel wurden die "Vorstellungsgespräche" mit der Videokamera aufgenommen und die Filmsequenzen im Anschluss daran gemeinsam analysiert.
Schon die Begrüßung, der Blickkontakt und der Händedruck entscheiden neben dem optischen Erscheinungsbild über den sprichwörtlich "ersten Eindruck".Foto:Susanne Thieschäfer

Um genau hier zu unterstützen, waren Dirk Kache von der Barmer und Tobias Freie von der Volksbank Bramgau-Wittlage eG an 4 Tagen  zu Gast in der Oberschule Bohmte. Nach einem kurzen Theorieteil mussten sich die Abschlussschüler in einem nachgestellten Vorstellungsgespräch den Fragen des "Personalers" stellen. Lampenfieber weckte hierbei auch die mitlaufende Kamera.  

Im Anschluss an das Rollenspiel wurden die Filmsequenzen gemeinsam analysiert. Fragen, wie "Welches ist Deine größte Schwäche? Nenne mir drei Deiner größten Stärken?" brachten so manchen Schüler aus dem Konzept. ....Der Tipp der Referenten: "Auch bei provozierenden Bewerbungsfragen ist es wichtig immer bei der Wahrheit zu bleiben und auch authentisch zu sein. Doch nicht alleine schlüssige Antworten sind ein Garant für ein erfolgreiches Gespräch."  

Schon die Begrüßung ist sehr aussagekräftig. Blickkontakt und Händedruck entscheiden neben dem optischen Erscheinungsbild über den sprichwörtlich "ersten Eindruck", den sich der Personaler vom Bewerber macht. Klassische Fehler sind Pirouette drehen beim Hereinkommen in den Raum oder kalte feuchte Hände. "Und wie verhaltet Ihr Euch, wenn Euch das Hinsetzen angeboten wird?" fragt Dirk Kache bei der Videoauswertung in die Runde. Tobias Frei erklärt, dass selbst hier der Fokus auch auf die Körpersprache gerichtet ist: "Wer sich hinfläzt, symbolisiert mangelnden Respekt, aber auch kerzengrades Sitzen ist nicht ideal, denn dies drückt Unsicherheit aus. Ideal ist hier ein gesundes Mittelmaß." Auch ein falsch herum aufgestellter Stuhl kann zum Problem werden. "Lasst Euch von solchen Situationen nicht aus der Ruhe bringen; einfach Selbstbewusstsein zeigen, umdrehen und sich hinsetzen," so lautet der Expertentipp des Referenten.   

Begeistert zeigten sich die Referenten in Hinblick auf schon vorhandenen Qualifikationen.  In Bezug auf den Wunschberuf konnten einige der Schüler besondere Erfahrungen aufweisen - sei es durch den Besuch der Kunstschule, der Pflege der eigenen Großmutter oder aber ein Nebenjob nachmittags im Altersheim.   

Am Endes des Schultages waren sich alle einig, dass das Videotraining mit dem konstruktiven Feedback eine gute Vorbereitung für den Ernstfall ist.

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